Zur aktuellen politischen Entwicklung

… zur aktuellen Entwicklung rund um die Themen "verkehrsberuhigende Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns und Esch-Anbindung":

 

  • Wir begrüßen die aktuelle Haltung von Grünen, SPD und Volt, die Esch-Anbindung hintanzustellen und das vorrangige Ziel, die verkehrsberuhigende Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns durch Entlastung vom Durchgangsverkehr, in Angriff zu nehmen. Damit werden die richtigen Prioritäten gesetzt sowie kurz- und mittelfristige Machbarkeiten berücksichtigt.

  • Wir sehen darin die Umsetzung der jeweiligen Wahlversprechen zur Kommunalwahl 2020 sowie die Berücksichtigung aktueller klima- und verkehrspolitischer Aspekte.

  • Insbesondere der Wolbecker SPD gebührt höchste Anerkennung für die Haltung, nicht auf festgefahrenen Positionen zu beharren, sondern lösungsorientiert neue Entwicklungen und Erkenntnisse in ihre Meinungsbildung einzubeziehen.

 

… zu den nächsten Schritten:

 

  • Die Planungen zur verkehrsberuhigenden Umgestaltung des Wolbecker Ortskern müssen nun mit hoher Priorität vorangetrieben werden; die bauliche und verkehrstechnische Umsetzung muss nach Abschluss der Planungen umgehend erfolgen. Das aktuelle Verfahren zur Erstellung des Bebauungsplans 591 sollte gestoppt werden.

  • Die Planungen können ab sofort auf den Basisdokumenten aus den Jahren 2010 – 2014 (internationaler Studentenworkshop unter Prof. Gerlach + Broschüre "Entwicklungskonzept Wolbeck - Zentrum") vorangetrieben werden. Ebenfalls einbezogen werden sollte der Vorschlag des Vereins Rettet den Esch e. V. zur Verkehrsregelung im Ortskern, der auf den genannten Basisplänen und dem "Vorbild Rudersberg" (s. u.) entwickelt wurde und die Linienführung des gut ausgebauten Busverkehr in Wolbeck beibehält.

  • Um das Vorhaben zügig umzusetzen, müssen schnellstmöglich entsprechende Finanzmittel bereitgestellt werden. Dies kann per Ratsbeschluss durch eine sofortige Streichung der Haushaltsmittel, die für die Planung und den Eschausbau im Etat der Stadt Münster eingeplant sind, und Umwidmung zu Gunsten der Planung und des Umbaus eines verkehrsberuhigten und städtebaulich aufgewerteten Wolbecker Ortskerns erfolgen. Gleiches gilt für die Umschichtung freiwerdender personeller Ressourcen aus dem möglichen und sinnvollen Stopp des Verfahrens zur Erstellung des Bebauungsplans 591 (s. o.) Die Möglichkeit zur Umwidmung sehen wir insbesondere dadurch gegeben, dass nunmehr von der neuen Rathauskoalition das Kernziel der verkehrsberuhigenden Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns priorisiert wird.

  • Im Rahmen einer modernen Bürgerpartizipation müssen insbesondere die Gewerbetreibenden im Wolbecker Ortskern eng in die Planung eingebunden werden, da der Fortbestand der Geschäfte und Gastronomie im Wolbecker Ortskern eine wesentliche Voraussetzung für einen auch weiterhin attraktiven und lebendigen Ortskern ist.

 

… zu den Zweifeln am "Vorbild Rudersberg":

 

  • Die Verkehrsbelastung in Rudersberg vor der verkehrsberuhigenden Umgestaltung des Ortskerns ist nahezu identisch mit der Verkehrsbelastung Wolbecks

  • Die in Rudersberg bereits erreichte Entlastung des Ortskerns nach verkehrsberuhigendem Umbau deckt sich mit den Zielwerten, die auch für Wolbeck angestrebt werden

  • Vorteile, die Wolbeck gegenüber Rudersberg hat:

    1. In Wolbeck gibt es eine Ortsumgehung. Rudersberg hat keine Ortsumgehung

    2. In Wolbeck gibt es bereits Engstellen, die als natürliche Beschränkungen in die Planung einbezogen werden können. Rudersberg hat solche natürlichen Engstellen nicht.

Vor dem Hintergrund des existierenden Bypasses der Umgehungsstraße und der existierenden "natürlichen" Verengung am Schloss ist sogar denkbar, dass die verkehrsberuhigende Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns einfacher, schneller und kostengünstiger vonstattengehen kann als in Rudersberg.

Rudersberg: Beispielhaft für die Wolbecker Ortskerngestaltung

Verkehrspolitisches Gespräch mit OB-Kandidat Peter Todeskino über die Situation im Wigbold

 

"Es gibt Lösungen für das Verkehrsproblem in Wolbeck!" Da ist sich Bernhard Jauernick vom Verein Rettet den Esch e.V. zusammen mit seinen Mitstreitern sicher: "Und diese Lösung heißt sicher nicht, die Eschstraße auszubauen!"

Um mit Fachleuten und dem grünen OB-Kandidaten Peter Todeskino das so genannte Rudersberger Modell und seine Übertragbarkeit auf Wolbeck zu diskutieren, hatte der Verein auch die Verkehrs-verbände ADFC und VCD mit ihren Vorständen in den Wigbold eingeladen.

 

 

 

 

Trafen sich in Wolbeck zur Diskussion einer verkehrsberuhigten Lösung für den Ortskern ohne den umstrittenen Ausbau der Eschstraße (v.l.n.r.): Reinhard Schulte und Bernhard Jauernick von Rettet den Esch e.V., OB-Kandidat Peter Todeskino und Dirk Wimmer (Grüne), Andreas K. Bittner und Hans-Günter Ockenfels (ADFC) sowie Thomas Lins (VCD). Bild: Rettet den Esch e.V.

„Im baden-württembergischen Rudersberg ist es gelungen. Aus der alten Ortsdurchfahrt von Wolbeck wurde ein neuer öffentlicher Straßenraum geschaffen, der die Menschen einlädt, zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto mobil zu sein." – Das wäre eine Bewertung, die Zufriedenheit bei allen Bürgern Wolbecks und auf allen politischen Ebenen ausdrücken würde.

Leider muss man "Wolbeck" aktuell noch durch "Rudersberg" ersetzen. Denn das Zitat ist fast wörtlich nachzulesen auf der Internetseite der Baden-Württemberger Kleinstadt (ca. 10.000 Einwohner). Formuliert hat es der Baden-Württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann. Rudersberg hat es nämlich geschafft: seine Ortsmitte zurückzugewinnen! „Rudersberg kann sich sehen lassen und ist für mich ein Vorzeigebeispiel“ kommentiert einer der renommiertesten Stadt- und Verkehrsplaner Deutschlands, Prof. Dr. Hartmut Topp, deren mutigen und erfolgreichen Weg.

Damit solches Lob auch einmal auf Wolbeck zutreffen kann, ist in Südost Umdenken erforderlich. Denn entscheidend ist das "Wie": Rudersberg hat seine Ortsmitte im Bestand – ohne Umgehungs- oder zusätzliche Entlastungsstraßen – umgebaut und damit alle Ziele erreicht, die man sich in Wolbeck ebenfalls gesetzt hat. Dafür wurde man mit dem 2. Platz beim Deutschen Verkehrsplanungspreis ausgezeichnet.

Der Rudersberger Erfolg war dem Verein Rettet-den-Esch e.V. Anlass, den Oberbürgermeister-kandidaten der Grünen, Peter Todeskino, zusammen mit Andreas K. Bittner vom ADFC Münsterland, und Thomas Lins, 1. Vorsitzender des VCD Münsterland, zu einem Treffen vor Ort einzuladen, um mit ihnen die Übertragbarkeit der Rudersberger Idee auf Wolbeck zu diskutieren.

Peter Todeskino: "Ich sehe in dem Konzept einen völlig richtigen und gelebt nachhaltigen Ansatz, da das Auto zurückgedrängt und auf neue Mobilität mit Schwerpunkt auf Fußgänger, Radfahrer und öffentlichen Personennahverkehr gesetzt wird. Das muss auf die Wolbecker Verhältnisse angepasst werden. Die Anbindung der Eschstraße an die Ortsumgehung ist der völlig falsche Weg, der eher zusätzlichen PKW- und zudem LKW-Verkehr in den Ort leitet und damit das verkehrte Signal für insgesamt weniger Verkehr in Wolbeck setzt. Die Grünen haben genau deswegen den Verzicht auf den Ausbau der Eschstraße in ihrem Wahlprogramm festgeschrieben.“

Dem ADFC war diese Idee nicht fremd, da er den Rudersberger Weg als Beispiel und Begründung gegen den vorliegenden Bebauungsplan zum Ausbau der Eschstraße vorgebracht hat. Dazu Andreas K. Bittner: "Mit den Velorouten in der Stadtregion Münster setzen wir verstärkt auf den Umstieg aufs Fahrrad. Die Verkehrsberuhigung des Ortskerns wird mehr Wolbecker aufs Rad bringen, denn eine rückgebaute und sicherere Münsterstraße bringt auch höhere Aufenthaltsqualität und lädt zum Einkaufen ohne Auto ein."

Thomas Lins ergänzt: „Gerade in Zeiten des drohenden Klimakollapses müssen wir andere Lösungen finden als den Straßenneubau, der nur zusätzlichen Verkehr produziert. Der von uns heute vorgeschlagene Weg der Umgestaltung und Verkehrsberuhigung im Zentrum Wolbecks ist ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmer. Außerdem ist es längst überfällig, die Priorisierung des KFZ-Verkehrs in der Verkehrsplanung zu stoppen.“

Auch die Senioren, die – wie es bei der Befragung der Wolbecker Bürger im Rahmen des Entwicklungskonzepts -Wolbeck Zentrum geäußert wurde – wegen der unsicheren Verkehrssituation für Fahrten in den Ort lieber das Auto nutzen,  könnten sich dann wieder mit dem Rad auf die Straße trauen. Hierin stimmten alle Teilnehmer der Runde überein.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Rudersberger Weg Wolbeck deutlich schneller, umweltfreundlicher, nachhaltiger und voraussichtlich auch kostengünstiger ans gewünschte Ziel eines attraktiveren und sicheren Ortskerns bringen würde als die bisherigen Planungen. "Hierzu müssen, wenn nötig, administrative Hemmnisse beseitigt werden. In neuen Wegen Denken und Überkommenes überwinden ist gefragt", so Bernhard Jauernick, 2. Vorsitzender des Vereins Rettet den Esch e. V.

Alle Teilnehmer stimmten überein, dass das Kernziel "Umgestaltung und Verkehrsberuhigung des Wolbecker Ortskerns" nunmehr unverzüglich mit höchster Priorität und unter Verzicht auf den Ausbau der Eschstraße vorangetrieben werden muss.

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